Anthrax-Anschlag auf Amerikas Verteidigungsminister, China rüstet auf, plant einen Angriff auf Taiwan und lässt seine Muskeln in Richtung Amerika...
more Anthrax-Anschlag auf Amerikas Verteidigungsminister, China rüstet auf, plant einen Angriff auf Taiwan und lässt seine Muskeln in Richtung Amerika spielen. Damit nicht genug: Internationale Verbindungen bis in russische Mafiakreise lechzen nach Macht. Und dann: hunderte Tote bei einem Sabotageakt. Das ist schon eine Zwei-Komponenten-Hochspannung: ein Autor, der als amerikanischer Verteidigungsminister in der Clinton-Administration Politik hautnah und unmittelbar erlebte, und eine Story, bei der man stellenweise nicht mehr weiß, ob sie Realität oder doch, Gott sei Dank, nur Fiktion ist. Vieles in seinem Leben hat William S. Cohen "cum laude" absolviert und mit diesem Buch wird es nicht anders gehen. Politisches Kalkül, Kräftespiele, internationale Verflechtungen und Konfliktbewältigung, Korruption, Geldwäsche, Drogengeschäfte, der schillernde Stoff, aus dem die Weltpolitik von heute gemacht ist. "Als ein Politiker neuen Typs" wird Santini, der neue Verteidigungsminister in Amerika gefeiert: "hart, unabhängig, integer". Ein Mann, der keine unvorstellbaren Horrorvisionen zeichnet und davor warnt, dass "Technik und Terrorismus sich eines Tages mit verheerenden Folgen zusammenschließen könnten." Mit Santini hat Cohen eine überaus glaubwürdige und die Geschichte des Thrillers beherrschende Figur geschaffen, die das Ressort zu einem Zeitpunkt übernimmt, wo das Image der großen Nation mehr als angekratzt ist. "Und das Amerika, das ich sehe, ist eine Nation im fortgeschrittenen Stadium des Zerfalls, ein Amerika, das überall wild nach Terroristen schlägt und seine Linie verliert." Stimmen aus dem Ausland. Man muss sich schon gerne einlassen auf einen nicht ganz leicht verdaulichen, aber höchst nahrhaften, also informativen Politthriller. Handlung und Handelnde, Zusammenhänge, Hintergrund und Kontext sowie Interesse für das politische Parkett und die weltpolitische Bühne müssen da schon vorhanden sein. Zugegeben, der Konflikte sind es viele, Cohen hält sie aber geschickt wie an Marionettenfäden über 450 Seiten ohne Einbrüche aufrecht. Sein Stil ist unauffällig, Cohens Interesse gilt eindeutig und ausschließlich der Story. Klare Sache: Wer, wenn nicht er, kann derart mit Fakten, Szenarien und Insider-Details jonglieren? --Barbara Wegmann
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